Alles über Barcodes

Was ist ein Barcode?

Barcode ist das englische Wort für Strichcode. Ein Code ist ein System von Symbolen, denen Symbole aus einem anderen Zeichensatz eindeutig zugeordnet werden können. Selten wird auch das Wort Balkencode verwendet.

Barcodes sind Zahlen- und Zeichenfolgen, welche in einem maschinenlesbaren Format vorliegen. Die im Barcode enthaltenen Zeichen werden in Form von Linien dargestellt. Die Kombination von schwarzen und weißen Strichen in verschiedenen Stärken bestimmen hierbei die jeweiligen Zeichen. Barcodes bestehen aus zwei verschiedenen Stricharten. Zum einen die Balken, in denen die Zahlen kodiert sind und zum anderen einfache Trennbalken, die zur Orientierung dienen.

Viele Barcode-Typen sind mit einem Prüfsummenverfahren ausgestattet. Mit Hilfe von mathematischen Algorithmen wird ein Prüfcode erzeugt, der im Barcode die letzte Ziffer repräsentiert. ActiveBarcode berechnet diese Prüfsummen vollkommen automatisch!

Seit wann gibt es Barcodes?

Bereits 1949 wurde der erste Barcode in den USA zum Patent angemeldet. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch elektronische Bauteile kaum verfügbar und dementsprechend sehr teuer. Die Nutzung von Barcodes war noch zu kostspielig und zu umständlich. Man erinnere sich nur mal an die übergroßen Röhrencomputer. Erst mit der Einführung der Mikroprozessoren in Jahre 1970 begann auch wieder die Weiterentwicklung der Barcodes:
  • 1968 der einfache Code 25
  • 1972 der Code 25 Interleaved und Codabar
  • 1973 der UPC (Universal Product Code)
  • 1974 der Code 39, der erste Barcode zur Ziffern-, Buchstaben- und Sonderzeichendarstellung
  • 1976 der EAN Code (European Article Numbering)
  • 198? Code 128 und EAN 128, die den vollen ASCII-Zeichensatz darstellen.
  • 1988-1995 Erste gestapelte Codes, z.B. den PDF417
  • 1994 SH-Barcode 1.0 revolutioniert die Einbindung von Barcodes in die tägliche Arbeit mit dem PC.
  • 1997 ActiveBarcode als ActiveX-Steuerelement (ehemals OCX/OLE-Control)
  • 1999 ActiveBarcode 4.x
  • 2004 ActiveBarcode 5.0


Wie werden Barcodes erfasst?

Die Barcodes werden mit besonderen Lesegeräten eingelesen und dann meist über die Tastatur-Schnittstelle in den Computer bzw. die Verarbeitungseinheit weitergegeben. Als Lesegeräte dienen:

Lesestifte (Lightpen)
Der Lesestift wird in einem sehr geringen Abstand über den zu lesenden Barcode geführt. Dies muss in einer konstanten Geschwindigkeit erfolgen, da größere Schwankungen oder gar ein Absetzen des Lesestiftes zu einer Nichtlesung führt. Zur Abtastung des Strichcodes wird in den meisten Fällen eine rote bzw. eine infrarot leuchtende Lichtquelle verwendet. Die vom Barcode reflektierten Lichtstrahlen werden dann durch Linsen wieder ausgewertet und aus diesen Informationen wird dann der Barcode interpretiert.

Lesepistolen
Lesepistolen werden überwiegend in Anwendungen eingesetzt, wo die Barcodes aus größeren Entfernungen erfassbar sein müssen. Der Leseabstand kann in etwa zwischen 30mm und einigen 100mm liegen. Die meisten Lesepistolen sind Laserscanner, arbeiten also mit Laserstrahlen. Bei der Abtastung überstreicht der Laserstrahl den Barcode und das reflektierte Licht wird über ein Spiegel- und Linsensystem auf ein fotoelektrisches Bauelement fokussiert. Je Lesevorgang erfolgen mehrere Abtastungen, um so Fehler beim Scannen möglichst auszuschließen.

Scanner
Diese Gruppe der Barcodeleser ist ausnahmslos für die vollautomatische Erfassung geeignet. Sie sind im allgemeinen mit Laserdioden ausgerüstet, welche Laserstrahlen aussendet und mittels eines Spiegel- und Linsensystems den Barcode abtasten. Die Reflektion wird wiederum über ein Spiegelsystem auf ein fotoelektrisches Bauelement weitergeleitet. Handelsübliche Geräte erreichen 500 Abtastungen pro Sekunden und können so durch Mehrfachscannen Fehler nahezu ausschließen. Leseentfernungen zwischen 70mm und einigen 100mm sind realistisch.

Schlitzleser
Diese Art von Lesegerät wird dort eingesetzt, wo der Abstand zwischen dem Barcode und dem Lesegerät immer konstant ist. Der Barcodeträger wird von hand durch den Schlitz gezogen, wobei der Barcode nach der bewähren Methode abgetastet wird. So ein System wird z.B. bei der Personaldatenerfassung in einem Betrieb eingesetzt.

Kameras
Strichcodekameras arbeiten eigentlich entgegengesetzt zu den bisher aufgeführten Lesegeräten. Kameras tasten den Barcode nicht aktiv mit einem Lichtstrahl ab, sondern der Barcode wird lediglich beleuchtet und dann von der Kamera aufgenommen. Hierzu wird ein CCD-Baustein (CCD=Charge Coupled Device = ladungsgekoppeltes Bildwandlerelement) verwendet. Den CCD Chip kann man sich so vorstellen, dass das aufgenommene Bild in Bildpunkte digitalisiert wird. Diese Bildpunkte können nun ausgelesen und der Barcode kann interpretiert werden.

Je nach Einsatzgebiet wird man sich für eines der genannten Geräte entscheiden.



Anwendungsbereiche und Beispiele

Supermarkt
Dieses Anwendungsbeispiel ist Ihnen sicherlich bestens bekannt. Im Supermarkt werden die einzelnen Produkte nicht mehr ausgezeichnet, den Preis kann man als Kunde nur noch am Regal ablesen. Einige Supermärkte bieten sogar ein oder mehrere Terminals im Laden an, an dem der Kunde den EAN Strichcode selbst einscannen und sich die Daten über das Produkt (Bezeichnung und Preis) am Bildschirm ansehen kann.

An der Kasse wird dann der EAN Strichcode eingescannt und aufgrund dieser Nummer ist eine eindeutige Identifizierung möglich. Die Computerkasse sucht sich aus dem Datenbestand des Supermarktes die Artikelbezeichnung und den Preis raus. Fehler bei der Eingabe von Artikelnummern und Preisen sind somit fast völlig ausgeschlossen. Lediglich, wenn ein Strichcode zerstört und nicht lesbar ist, muss er manuell erfasst werden und es sind Tippfehler möglich. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Erfassung an der Kasse weitaus schneller abläuft, als bei der Eingabe per Hand.

Lagerhaltung
Durch Kennzeichnung der Verpackungen oder der Regale mit Strichcode können mit Hilfe von mobilen Lesegeräten bereits bei der Zusammenstellung der Waren durch Gabelstaplerfahrer Fehler fast vollständig ausgeschlossen werden. Durch Auslesen der mobilen Lesegeräte in angeschlossene Computer wird dann das Erstellen von Lieferscheinen und Rechnungen automatisiert.

Personenidentifikation
In vielen Firmen werden Barcodes auf Ausweiskarten verwendet. Die Anwendung liegt dann bei Betrieben mit gleitender Arbeitszeit, in der Erfassung der Arbeitszeit. Auch können bestimmte Arbeitsbereiche (Räume) durch Türen verschlossen sein, die nur von bestimmten Personen mit der Ausweiskarte geöffnet werden können. In der Kantine kann das Essen mittels der Karte "bezahlt" werden... usw. Gegenüber Magnetkarten haben die Strichcodes den Vorteil, daß sie unempfindlicher gegen magnetische Felder sind und auch schneller neu erstellt werden können.

Bibliotheken und Videotheken
Jede Videocassette einer Videothek wird mit einem Strichcode versehen. Genauso erhält jeder Kunde der Videothek einen Benutzerausweis mit Strichcode. Der Erfassungsvorgang ist nun durch einfaches scannen der Strichcodes zu beschleunigen. Durch Weiterverarbeitung der Daten mit einem Computer ist dann jederzeit eine Übersicht über verliehene Cassetten, Vorbestellungen usw. möglich.



Und wie kann ich Barcodes verwenden?

Wenn Sie Barcodes mit vorgegebener Nummer erzeugen wollen, geben Sie einfach die Nummer, die unter dem Barcode steht, ein und erhalten den entsprechenden Barcode dazu. Wenn Sie z.B. gerade einen Artikel in Ihrer Nähe haben, der einen EAN-Code hat, denn tippen Sie einfach die Nummer des EAN-Codes - jedoch ohne Prüfziffer (also ohne die letzte Ziffer) - ein und ActiveBarcode erstellt den dazugehörigen Barcode. Sie werden sehen, daß der Barcode auf dem Artikel exakt so aussieht wie der Barcode, den ActiveBarcode generiert hat.

Wenn Sie keine vorgegebenen Barcodes generieren wollen - also nicht nur einfach einen bereits existierenden Barcode reproduzieren wollen - müssen Sie sich selbst eine Barcodenummer "ausdenken", die Sie für Ihre Zwecke verwenden können:

Wenn Sie z.B. beliebige Artikel mit fortlaufenden Nummern versehen möchten, können Sie einfach Code39 verwenden und somit die gewünscht Laufnummer direkt eintippen bzw. automatisch generieren lassen.

Sie können aber auch einen anderen Code verwenden - nur muss dann die Zahl der Nutzziffern (also ohne Prüfziffer) mit der für den verwendeten Code vorgesehenen Zahl der Nutzziffern übereinstimmen:

EAN-13 hat 12 Nutzziffern (die letzte Ziffer ist die Prüfziffer)
EAN-8 hat 7 Nutzziffern (die letzte Ziffer ist die Prüfziffer)
UPC-A hat 11 Nutzziffern (die letzte Ziffer ist die Prüfziffer)

Wenn Sie also mit EAN-13 einen Barcode erstellen wollen können Sie die Ziffern 000000000000 bis 999999999999 erzeugen. Mit EAN-8 wären entsprechend die Ziffern 0000000 bis 9999999 möglich. Wenn Sie jedoch "kompatibel" zum bestehenden Code-System bleiben wollen, dann sollten Sie z.B. für EAN Ihre Länderkennung verwenden und sich um eine Herstellernummer bemühen. Die Vergabe Ihrer Produktnummer bleibt dann immer noch Ihnen überlassen: Für Ihre Produktpalette verwenden Sie dann die Produktnummer als fortlaufende Nummer. Da die Produktnummer 5-stellig ist, dürfte immer noch genügend Spielraum für eine sehr umfangreiche Produktpalette sein.

Mit den modernem Code128 / EAN128 oder Code 39 Extended können sind Sie beliebig lange Zeichenketten codieren. Es steht Ihnen sogar der gesamte ASCII Zeichensatz zur Verfügung!




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